Das Konzept des "dummen X-Terminals", welches sich in den 1990ern zunehmend aufgrund der steigenden Leistung der normalen Workstations in den Hintergrund verlor ist heute wieder im Kommen. Heute nennt man diese Maschinen "Thin Clients", sie werden unter Namen wie "Liscon", "Igel" oder "SunRay" zum Verkauf angeboten und sie bieten einige Vorteile. Zwei davon sind die Stille, die solche Arbeitsplaetze haben und der fuer den Administrator erfreuliche Nebeneffekt, dass nur der Server umsorgt werden muss, nicht mehr die Arbeitsstationen. Hier soll es nun darum gehen, wie man einen Anmeldeserver fuer solche Thinclients aufsetzt und darum, wie aus einem alten Notebook ein primitives X-Terminal wurde.

Ausgangsposition

Am Anfang habe ich zwei Haeuflein Hardware, welche durch ein Netzwerkkabel in ein Netzwerk integriert sind. Ferner spielt noch ein Windows 2000 mit, auf welchem ebenfalls ein X-Server (xming) versucht, einen Login vom X-Login-Server zu bekommen. Aber von Anfang:

Der Server

Hier sollen sich der Nutzer einmal Anmelden und hier sollen die Anwendungen laufen, deren Aus- und Eingaben von den Terminals kommen sollen.
Als Windowmanager sollte ein XFCE 4 auf die X-Terminals verteilt werden.

Das X-Terminal

Das X-Terminal ist ein muedes altes Kleinnotebook des Herstllers Cybercom (also tendenziell Noname-Ware), welches von sich aus noch nicht einmal eine Netzwerkschnittstelle besitzt. Der Mangel konnte allerdings mit einer alten PCMCIA-Karte behoben werden. Insbesondere, weil diese Karte zusammen mit 2 anderen auf dem Flohmarkt nur 5 Euronen gekostet hat -- und einwandfrei (zwar mit nur 1MBit) funktierte, nachdem das Kabel direkt auf der Platine angeschlossen war (Loetkolben :)
Dann noch ein schmales kleines Betriebssytem drauf, in diesem Falle ist es bei einem hemmungslos veralteten NetBSD geblieben, welches dem Rechner mit Muehe die Kraft zu einer X-Session abringt.

Das emulierte X-Terminal

Da eine Client-Server-Umgebung mit einem Login-Server eigentlich nur bei mehr als einem Client Spass macht (dann haett man den Loginrechner gleich an die Stelle des Clients stellen koennen...), sollte zum einen zu Testzwecken und zum Anderen, weil ich das System eigentlich als solches kaum nutze ein Windows 2000 durch Nutzung von Xming ebenfalls zum X-Terminal umgebaut werden. Natuerlich kann man anstelle von Xming auch einen kommerziellen X-Server fuer Windows (wie zum Beispiel Exceed) verwenden. Wesentlicher Effekt hiervon sollte ein deutlichen Ansteigen der Performance sein.

Gehversuche mit GDM

Auf dem Hostsystem wurde zunaechst GDM aus /usr/ports/x11/gdm zusammengebaut und anschliessend Konfiguriert. Hierzu bringt GDM das recht komfortable Prograemmchen gdmsetup mit, in welchem man zunaechst einmal nur den Remote-Login erlauben muss. Wenn GDM danach als Daemon gestartet wird, sollte man mit einem X -query $host schonmal den Loginbildschirm zu sehen bekommen koennen.
Wahlweise kann man sich dann noch weitere Vertrauens- oder Misstrauensmassnahmen einstellen. Ich habe es beim Default belassen und konnte so schonmal remote eine Emergency-Konsole bekommen. Nicht unbedingt der Wahnsinn, aber erstmal war keine Konfiguration vorhanden, die auch mein XFCE4 starten wuerde. Das zustande zu bringen war allerdings nur eine Konfigurationsfrage. In diesem Falle reichte es aus, GDM ueberhaupt die Information zukommen zu lassen, dass es dieses XFCE ueberhaupt gibt. Diese Informationen liegen in einer Datei pro Umgebung, die man starten koennen moechte und das bei einer Default-Installation von FreeBSD unter /usr/local/share/gnome/xsessions in einzelnen .desktop-Dateien. Bei mir sah das dann zum Beispiel so aus:
[ad001@salz /usr/local/share/gnome/xsessions]$ cat xfce.desktop 
[Desktop Entry]
Encoding=UTF-8
Name=XFCE
Icon=
Type=Application
Exec=/usr/local/bin/startxfce4
Dieser Eintrag ist gewissermassen eine Minimalversion; es koennen noch ein paar Dutzend verschiedene Bezeichner je nach Lokalisierung hinzukommen.
Um dafuer zu sorgen, dass GDM auch bei jedem Systemstart aktiviert wird, empfiehlt es sich, die Zeile
GDM_enable="YES"
in die /etc/rc.conf aufzunehmen.

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