Die Universitaet Rostock besitzt eine Pressestelle. Das ist eine gute Sache. Und gestern kam dann ein ganz besonderes Schmuckstueck.

Da ein Bild bekanntlich mehr sagt als tausend Worte, hier die Mail, wie sie in meinen Posteingang tropfte:

Der Text erweckt den Eindruck, als habe jemand ein Gespraech mit Meiwes-Broer gefuehrt. Leider wird uns nicht mitgeteilt, wer sich dazu hat breitschlagen lassen. An denjenigen haette ich auch noch die ein oder andere Frage. Im Anhang gab es dann noch diese beiden Beautyshots vom Helden und seiner Maschine:


Einen so haarstraeubenden Missbrauch einer universitaeren Presseliste zum Zweck persoenlicher PR haette ich nicht fuer moeglich gehalten. Ich persoenlich habe es immer gehasst, diese "Mein schoenstes Ferienerlebnis"-Aufsaetze (gibt es auch in der Geschmacksrichtung "Wochenenderlebnis") schreiben zu muessen. Nicht zuletzt, weil meine Geschichten von einem Besuch bei Oma oder einer Radtour mit meinem Vater durch den Wald in das ein paar Kilometer entfernte Nachbardorf nicht mit den Auslandsreisen anderer Drittklaessler mithalten konnten, die nicht wussten, wie man die Laender schreibt in denen sie im Urlaub waren ("Ma-jor-ka").
Der kleine Karl-Heinz hat offenbar auch so ein Erlebnis gehabt, das viel toller war als die Ferienerlebnisse der anderen Professoren, die (buuuh, langweilig!) in der Mecklenburgischen Sommersteppe Buecher gelesen, Forschung getrieben oder (bewahre!) Lehre vorbereitet haben.

Ich weiss nicht, ob schon Karl-Heinz-Meiwes-Broer-Fliegerheld-Action-Figuren in der Produktion sind.

Die Aeusserungen in diesem Artikel spiegeln -- ganz offensichtlich -- nicht die Meinung der Universitaet Rostock wieder. Denn die steht ja auf Fliegerhelden, schon lange. Ist Dr. Heinkel http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Heinkel eigentlich noch Ehrendoktor (den er uebrigens von der Philosophischen Fakultaet erhielt und in deren Begruendung seine Rolle bei der "Wehrhaftmachung in der Luft" gepriesen wird [1])*?

* ich vergleiche hier keine Personen, ich sehe lediglich einen langanhaltenden Trend in der Begeisterung der Rostocker Universitaet fuer Flugzeuge und ein wahnsinniges Geschick bei der Veregabe des Dr. h.c., die an dieser Stelle einfach gut passte.

[1] Heinz Lange, Zur "Alma mater Rostochiensis" in der NS-Zeit, in Rostocker Zorenappels, Vol. 6, Hrsg. Achim Schade, Matthias Redieck, S. 37ff., Rostock, 2012.

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