Was bitte?

Worum geht das hier? Ganz einfach: lando hat sich bei eBay einen WLAN-Router besorgt. Ein schlichtes einfaches Gerätchen. Es ist recht billig, da es von einem Unternehmen subventioniert verkauft wird (im Paket mit anderen Angeboten), jedenfalls ist es eigentlich nicht dazu gedacht, zu anderen Zwecken genutzt zu werden. Aber wie es nunmal so ist, über kurz oder lang wird bekannt, dass man eine andere Firmware (OpenWRT) installieren kann. Dazu gibt es einmal den Weg durch das Netzwerkdevice (man macht häßliche Dinge mit DNS um ihm ein Firmware-Update durch den Hersteller vorzutäuschen) oder eine serielle Schnittstelle auf dem Board. Eleganter sah der Weg durch das Netzwerkdevice aus -- allerdings ging nach dem Update nichts mehr. Also musste doch die serielle Schnittstelle herhalten. Und da lag dann plötzlich das Problem vor: TTL-Pegel.
Wo der Allzweck-Standard-Informatiker das "Ieh-ein-Hardwareproblem"-Grauseln bekommt beginne ich aufzublühen: Endlich mal wieder löten! Also einen Pegelwandlerbaustein besorgt (wie zum Beispiel den MAX232 oder HIN232) und einen Prototypen gebastelt.

Zielstellung

Auf der einen Seite steht der La-Fonera, auf der anderen der PC (mit USB-Anschluss). Dazwischen muss eine Verbindung. Diese Verbindung hat die Aufgabe, die 0/5V-Signale von der Platine in -12/12V-Signale für eine serielle Schnittstelle umzusetzen. Und dann das Ganze noch durch einen RS232-USB-Adapter schieben. Für den Endanwender soll die Konstruktion einfach nur "Anschliessen-Läuft" beherrschen. Keine Konfigurationsorgien, keine Mäuseklavire, keine Stöpseleien mit hier-auf-jeden-Fall-festhalten und das-Kabel-am-besten-unter-ein-Buch-legen.

Beschaffungsprobleme

Es zeigte sich schnell, dass ich mein MAX232-IC nicht finden konnte. Ein neues musste also her. Woher? Nach Abklappern des örtlichen Elektronikkleinkramhökers stand fest: Nicht aus Rostock. Also fragte ich kurzerhand einen befreundeten Studenten der Zahnmedizin aus Hamburg, ob er für mich kurzerhand zu Conrad Electronic ginge. Er wollte. Wie er das IC verschicken solle? Naja, zur Not die Beine plattdrücken. Sagte ich.
Er tat es.

Aber nach ein wenig liebevoller Behandlung des ICs mit landos Leatherman liess es sich schon wieder auf eine IC-Fassung stecken.

Bewerkstelligung

Lötkolben gegriffen und los :)

Erfolg?

Ja, der Prototyp lief.

Schaltung und Schaltungsbeschreibung


So soll das ganze Verdrahtet werden. Was heisst das genau? Im oberen Teil der Schaltung ist eine Stromversorgung mit 5V skizziert - dabei ist darauf zu achten, dass die Verbindungen zwischen dem LM7805 und den 100nF-Kondensatoren moeglichst kurz ausfallen. Die Elkos sind nur zum Ausgleich groesserer Schwankungen vorgesehen. Am Eingang (PWR) kann eine Spannung zwischen 6.5 und 20 Volt (Angaben ohne Gewaehr; Erfahrungswerte...) angelegt werden, die zu einer konstenten 5V-Spannung umgesetzt wird.
Der Andere Teil ist der Einsatz eines MAX232 (oder HIN232) als Pegelwandler: an den Pins 13 und 14 wird eine Verbindung mit den Pins RxD und TxD am PC hergestellt; an den Pins 11 und 12 zu den entsprechenden Pins des Lafoneras (bzw eines anderen auf TTL-Pegeln basierenden Geraets). Damit eine Erhoehung der Spannung gelingt, sind die restlichen Kondensatoren notwendig.

Professionelle Ambitionen

Dieses kleine Gerätchen ist nicht nur auf den La-Fonera als Einsatzzweck beschränkt; die meisten Mikrocontrollersysteme haben serielle Ausgänge mit TTL-Pegeln. Also ist dies durchaus eine Entwicklung die einem noch weitere Dienste leisten kann, weshalb ich eine kleine Platine dazu designt habe -- diese ist allerdings noch nicht getestet. Wenn es soweit ist, sollen die Anschlüße über RJ11-Verbinder (für die seriellen Verbinder) bzw. Rundstecker (Stromversorgung; ja, die ist leider notwendig, da der MAX232 nicht mit den aus dem La-Fonera entnehmbaren 3.3V auskommt um die 12V zu erzeugen) stattfinden und das Ganze ein kleines Gehäuse bekommen.

Und dann?

Wenn die Schaltung funktioniert, wird alles zusammegestöpselt und man kann der Firmware auf dem La-Fonera beim Booten zuschauen. Oder eine neue Firmware einspielen. Oder sonstwas. (Da ist eine Schwelle, ab der mein Interesse absinkt, es kommt wieder, wenn ich einen C-Compiler für die Plattform finde ;). Und wenn ich den habe, dann werde ich an die serielle Schnittstelle einen Mikrokontroller hängen ... MSR-über-Ethernet ist im kommen. Und mit dem La-Fonera habe ich das ganze nicht nur per WLAN sondern auch noch geschenkt ohne selbst einen TCP-IP-Stack in Assembler zu implementieren. Aber zu den weiteren Schritten (mit OpenWRT) gibt es mehr bei lando.

Der Teil mit den Listen

Hier sollen nun kurz die Bauteile und was man wo fuer sie ausgeben muss aufgelistet werden. Nicht enthalten sind Loetkolben und Loetzinn -- diese werden einmal als fuer Basteleien gegeben angesehen, ferner alles, was so an Stecker und anderer Kabelkonfektionierung noch dazukommen kann.

Stromversorgung

Auf die Stromversorgung kann natuerlich verzichtet werden, wenn beispielsweise ein stabilisiertes Netzteil zur Verfuegung steht.

BauteilPreis bei Conrad ElektronicPreis beim Haendler um die Ecke
IC LM7805 (Spannungsregler)0.47 EUR?
Kondensatoren 100nFje 0.26 EUR
Elektrolytkondensatoren 100uF
Diese Angaben sind natuerlich allesamt ohne Gewaehr.

Pegelwandler

BauteilPreis bei Conrad ElektronicPreis beim Haendler um die Ecke
IC MAX232 (Pegelwandler)
Elektrolytkondensatoren 22uF

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