Wenn ich an einem normalen Tag durch die Gegend laufe, dann habe ich ungefaehr ein halbes Dutzend von ihnen dabei -- Plasteschnipsel im Scheckkartenformat. Wahlweise mit eingebackener Intelligenz. Denn eigentlich jedes Unternehmen, dass was auf sich haelt, delegiert seinen Kunden ein solches Dingelchen ins Portemonaie. Hier solles darum gehen, das Innenleben, wenn schon nicht sichtbar, so doch zumindest erahnbar zu machen.

Der Ausloeser war das Rechenzentrum, dass seine Zutrittskarten -- und damit die fuer alle Uni-Gebaeude -- erneuerte. Da stellt sich der geneigte Informatiker doch gerne mal die Frage, was da so schoenes Neues in seine Tasche wandert. Also zusammen mit dem Hypftier (http://hypftier.de) zu Fotoapparat und Blitzgeraet gegriffen und geschaut, wieviel Restlicht da noch so durchkommt. Genug, wie sich zeigte. Was damals nur so eben zwischen Tuer und Angel ausprobiert wurde, soll hier nun etwas ausfuehrlicher gezeigt werden.

Die ersten Anlaeufe waren einfach: Die Karte in ein Stativ gespannt, die Kamera mit Stativ davor, Belichtung auf "BULB" gesetzt und Drahtausloeser angestoepselt. Nun belichtet die Kamera so lange, wie ich das Knoeppken druecke. Wenn ich nun den Raum abdunkle, wird die Belichtungszeit im wesentlich dadurch bestimmt, wie lange es im Raum hell ist. Nun kann ich mich in Ruhe mit dem Blitzgeraet an die Karte von hinten anschleichen und den Blitz zuenden. Dann ist es kurz sehr hell, als Mensch sehe ich nur grelles Licht. Die Kamera hingegen ist in der Lage, auch die Strukturen, die sich in der Karte offenbaren, wahrzunehmen.

Das, was wie ein roter Streifen wirkt, der einmal um die Karte herumlaeuft, ist die Antenne. Ob die "Anstalt oeffentlichen Rechts" wie eingebettet in dieser Banderole liegt -- duerfte Zufall sein. Der Hintergrund ist allerdings noch nicht wirklich praktisch. Fuer eine ideale Aufnahme wird die Vorderseite so wenig wie moeglich, die Rueckseite der Karte so intensiv wie moeglich beleuchtet. Die Rueckseite ist weiss. Also reflektiert sie einen grossteil des Lichts, der dann ueber Waende und den Rest meines Zimmers den Weg auf die Vorderseite findet. Also... sind ein paar Bauarbeiten unabdingbar.
Nun ja, nun ja. So viel Unterschied ist da nicht zu sehen. Huebsch ist aber die Brechung des Lichts an einer Unregelmaessigkeit der Karte an der rechten Seite oben. Wenn weniger Licht reflektiert werden soll, hilft es auch, weniger Kartenoberflaeche ueberhaupt erst damit zu bestrahlen. Was in der Praxis nichts anderes bedeutet, als das Blitzgeraet direkt an die Kartenrueckseite anzulegen. Dadurch wird die Ausleuchtung zwar extrem ungleichmaessig, dafuer bekommt man aber mehr vom beleuchteten Teil der Karte zu sehen, weil die Kontraste groesser werden:
Hier sieht man uebrigens die eine interessante Ecke mit dem Chip; ansonsten findet sich nur die umlaufende Antenne. Abschliessend soll es noch ein entsprechendes Bild meiner Rechenzentrumszutrittskarte geben; wenn man wollte koennte man sogar die Anzahl der Antennenwicklungen zaehlen -- es sind nicht wirklich viele. Was man natuerlich nicht sehen kann (es ist ja nur ein (zimlich unscharfer) Schattenriss) ist die Anzahl der uebereinanderliegenden Wicklungen. Zum Abschluss noch ein Foto von der Karte, mit der alles losging -- der RZ-Zutrittskarte.

Die oben zu sehenden Aufnahmen beruhen auf der Durchdringung von festen Stoffen mit Strahlung aus dem Bereich des sichtbaren Spektrums. Normalerweise nutzt man, wenn man etwas "durchschauen" moechte ja eher andere Spektren -- z.B. den Roentgen-Bereich. Ich verspreche, ein Bild nachzuliefern. Sobald ich eine Moeglichkeit dazu gefunden habe...

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