Da ist man mal einen Moment beim Ausbauen einer Festplatte unachtsam.. schon macht es dieses Geraeusch, als wenn irgend ein billiges Plastikteil unter mechanischer Belastung splittert. Naja, wird ja auch nur so ein billiges Plastikteil vom alten Gehaeuse gewesen sein... denkt man. Aber dann schliesst man die Festplatte an, und sie meldet sich nicht mehr.

Nachdem das erste Wundern, der erste Schrecken vorbei ist, entsinnt man sich des komischen Geraeusches und schaut sich die Festplatte mal genauer an. Und dann bemerkt man ploetzlich etwas, dass vorher anders aussah.. mit deutlich weniger offenem Kontakt...



Da fehlt also anscheinend Etwas. Und dieses Etwas hat natuerlich die gleiche Farbe wie der Fussboden und ist mutmasslich eher klein. Also runter auf den Fussboden und in Ruhe absuchen. Nach einiger Zeit findet sich dann das, was da mal war:

Zusammengesetzt ergibt das gebilde eine Festinduktivitaet, oder, trivial: Eine Spule. Wasauchimmer die mal bewirkt hat, ohne Sie funktioniert es nicht. Wenn man sich die Teile mal genau ansieht, dann faellt auf, dass sie man die Kontaktstellen eigentlich direkt aufeinander legen koennte, um zu testen, ob es dann wieder geht. Gesagt, getan. Aber damit es nicht auseinanderfaellt musste die Schwerkraft zuhilfe genommen werden:

Wobei es noch mehr Schwerkraft braucht, um ausreichend gegen Vibrationen gefeit zu sein:

Und dann kann es auch schon losgehen... Rechner einschalten, BIOS vor sich hin werkeln lassen und dann kommt der SCSI-Controller und schaut sich den SCSI-Bus mal an, um mir anzuzeigen, was da so dranhaengt:

it works!
Aber um ehrlich zu sein, so gross ist das Vertrauen in Schwerkraft und Stabilitaet der Konstruktion dann doch nicht, also schnell zum Loetkolben gegriffen und das ganze mit ein wenig Loetzinn fixiert... und fertig.


Update

Am 30.01.2012 war es dann endlich soweit -- nachdem die Platte nach der Reperatur noch knapp 3 Jahre im 24/7-Betrieb weitergelaufen ist und in dieser Zeit Berichte von Referenten und StuRa-Praesidien, Radiosendungen und deren Vorbereitung sowie diverse Basteleien von Mailing ueber IMAP bis zur virtuellen Pressemappe und Linklisten mitgemacht hat, gab es endlich den wohlverdienten Ruhestand.
Ohne weiteren Ausfall seit ich diesen Artikel vor 3 Jahren geschrieben habe, wohlgemerkt.

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