Das letzte Wochenende vor dem Beginn des neuen Semesters. Und dazu noch ein sonniges. Das musste genutzt werden, zumal das Fahrrad frisch repariert und wieder mit einer ungewohnten Leichtgaengigkeit zur Verfuegung stand. Also in der Suedstadt aufs Rad geschwungen und ab in Richtung Seebad Warnemuende. In der Hoffnung, dem Sonnenuntergang nicht nur zu folgen sondern ihn auch noch einzufangen.

Es geht durch das Komponistenviertel, durch die Schweriner Strasse, in der ich seit langem mal wieder Kinder beim abendlichen Strassentennis sehe. Vorbei am Depot der RSAG geht es zum Haltepunkt Marienehe und dann entlang der Strassenbahnschienen nach Evershagen. Dort ueberraschte mich ein huebscher Anblick der vom Kraftwerk Rostock emittierten Rauchsaeule hinter den Haeuserfassaden, dazu von der untergehenden Sonne beleucheteter stahlblauer Himmel. Herbstwetter. Schoenes Herbstwetter. Weiter ging es durch Luetten Klein in Richtung Lichtenhagen, wo die Sonne ihr roetliches Licht muede durch die Haeuserschluchten schickte bis an die Fahrradstrasse zum Strandaufgang 23 in Warnemuende, wo ich dann noch die untergehende Sonne am Wasser sehen konnte und 2 Touristengruppen zu einem vollstaendigen Urlaubsfoto verhalf. Unter anderem, indem ich ihnen das Blitzbelichten abgewoehnte.

Weiter ging es auf dem Weg am Strand entlang in Richtung Prommenade Warnemuende, wo sich etwas spaeter eine tolle Mischung aus untergehender Sonne, einem improvisierenden Jazzer und dem vorbeiprommenierdenen Mix aus Menschen bot. Aber da es langsam kuehl wurde, sollte es auf den Weg in Richtung heimischen Zimmers gehen.. also noch einmal am Bahnhof vorbei in Richtung Warnow und dann weiter entlang der Stadtautobahn bis Lichtenhagen. Von dort aus dann wieder zurueck durch die Wohnsiedlungen und fast schon am suedlichen Ende von Evershagen in die Strassenbahn gestiegen. Es war kurz nach Sonnenuntergang, Dunkelheit bemaechtigte sich der Stadt wo sie nicht von Strassenbeleuchtung zurueckgeschlagen wurde. Es war Viertel nach Sieben, als ich das Geraeusch der ersten sich oeffnenden Bierdose vernahm. Der alte Herr, den ich zuvor noch als wohlsituierten Rentner auf Abendlicher Fahrt einschaetzte, sank spontan in meiner Achtung. Am Holbeinplatz beschloss ich, in den wartenden Bus der Linie 28 zur Mensa via Westfriedhof, Zoo zu wechseln.

Dort im Bus waren bereits Fahrgaeste. Ein junger Mann und, man verzeihe mir die folgende flapsige Ausdrucksweise, ein paar angesoffene dumme Schicksen. Die sich zur Erheiterung des gesamten Businhaltes ueber Eier- und sonstige genitale Stoecke unterhielten. Ich schaetze ihr Alter mal gewagt auf 18-22. Ihr geistiges Alter auf zwischen 13 und 13,5. Traurig, sehr traurig, was uebermaessiger und unangebrachter Alkoholkonsum anrichtet.

Zwanzig Minuten spaeter war ich wieder zuhause.. mit einigen schoenen Erinnerungen, die mich an den Song "What a wounderful worl" von Loius Armstrong erinnerten.. Zwei Zeilen sind es, die mir an dem Song besonders auffallen:
"I hear babies cry'n...... I watch them grow
They'll learn much more..... than I'll ever know."
Mit diesen Gedanken fahre ich an den Gebaeuden der Universitaet vorbei.


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