Irgendwann als ich eine studentische Arbeit loswerden wollte, war es an einem Wissenschaftler, mir wahre Worte ueber das Wesen wissenschaftlicher Gutachter zukommen zu lassen. Ich bemuehe mich, sie so unveraendert wie moeglich wiederzugeben, denn sie lassen einiges ueber die Erbaermlichkeit des deutschen Wissenschaftsbetriebes durchblicken.

"Der Gutachter schenkt sich ein Glas Wein ein, nimmt sich dein Paper und setzt sich damit dann vor den gemuetlich prasselnden Kamin und sagt sich 'Ah, der Herr NAME. Woll'n wir doch mal schauen, was der so schreibt...'.
Glaubst du wirklich, dass es so laeuft? Also, in der Informatik?
Da ist es eher so: Der Gutachter kommt angehetzt, hat von Deinem Paper maximal Abstrakt, Einleitung und Schluss gelesen. Waehrend Du sprichst, blaettert er hektisch darin umher und seine Augen gehen auf die Suche nach ... Grafiken. Nach Bullet-Point-Listen oder kurzen Tabellen. Auf die Suche nach Hervorhebungen. Und dort sucht er auch nach dem, was er Dich fragen wird. Mach Dir nicht die Illusion, dass Deine Arbeit ganz gelesen wird.

Reality Check

Natuerlich erheben die ganzen boesen Sachen, die da oben stehen keinen Anspruch auf universelle Gueltigkeit. Wie koennten sie? Sie sind nur eine einzelne Meinung eines einzelnen, der sie mir als guten Rat fuer saemtliche Gutachter mit auf den Weg gab. Moege es dem Leser als kleiner Rat bei passender Gelegenheit gelegen kommen.

Zur Veroeffentlichung

Auch dieser Artikel hat eine gewisse Schutzfrist hinter sich. Er hat viereinhalb Jahre in der Schublade gelagert bis es einen wuerdigen Anlass zu seiner Publikation gab.

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